DFG-Ausschreibung: Erforschung von Epidemien & Pandemien

Crossed

Die Aus­wir­kun­gen des ak­tu­el­len SARS-CoV-2-Aus­bruchs zei­gen, dass man Epi­de­mi­en und Pan­de­mi­en nicht im na­tio­na­len Rah­men be­geg­nen kann, sondern dass die glo­ba­len Zu­sam­men­hän­ge be­rück­sich­tigt wer­den müs­sen. Um kün­ftig auf die viel­fäl­ti­gen As­pek­te von welt­wei­ten In­fek­tions­wel­len bes­ser vor­be­rei­tet zu sein, muss eine breit ge­fächer­te For­schung un­ter­stützt wer­den. Zu­sätz­lich zu der Er­for­schung der ak­tu­el­len Pan­de­mie sol­len grund­sätz­li­che For­schungs­fra­gen ab­ge­lei­tet wer­den und zu ge­ne­rali­sier­ba­ren wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­sen füh­ren.

Die Deut­sche For­schungs­ge­mein­schaft (DFG) schreibt da­her eine fach­über­grei­fen­de För­der­ini­tia­ti­ve aus. Ge­för­dert wer­den Vor­haben, die sich mit der Prä­ven­tion, Früh­er­ken­nung, Ein­däm­mung so­wie der Er­for­schung der Ur­sachen und Aus­wir­kun­gen von und dem Um­gang mit Epi­de­mi­en und Pan­de­mi­en am Bei­spiel von SARS-CoV-2 und an­de­rer hu­man­patho­ge­ner Mikro­orga­nis­men und Vi­ren be­schäf­ti­gen.

Da­zu zäh­len bei­spiels­wei­se die Er­for­schung

  • der He­raus­for­de­run­gen und Aus­wir­kun­gen einer Epi­de­mie oder Pan­de­mie so­wie der ge­trof­fe­nen Maß­nah­men auf die Ge­sund­heits­sys­te­me;
  • psycho­lo­gi­scher, ge­sell­schaft­li­cher und kul­tu­rel­ler Fak­to­ren in der Ent­ste­hung, Ver­brei­tung und Be­hand­lung von Epi­de­mi­en und Pan­de­mi­en so­wie recht­li­che und ethische Im­pli­ka­tio­nen;
  • der Aus­wir­kun­gen auf glo­ba­le und re­gio­na­le Wirt­schafts­ent­wick­lung, Pro­duk­tions- und Wert­schöp­fungs­ket­ten, Lo­gis­tik, Ver­kehr und Kom­mu­ni­ka­tion;
  • bio­logi­scher und medi­zini­scher Grund­la­gen eines Er­re­gers und des je­wei­li­gen Krank­heits­bilds so­wie the­ra­peu­ti­scher Ver­fah­ren oder prä­ven­ti­ver Maß­nah­men in Kom­bi­na­tion mit ein­em oder meh­re­ren der zu­vor ge­nan­nten The­men­feld­er.

Die Aus­schrei­bung rich­tet sich vor­zugs­wei­se an fach­über­grei­fen­de For­schungs­vor­ha­ben. Da­rü­ber hi­naus kön­nen Pro­jek­te be­an­tragt wer­den, die sich zu­nächst mit der Samm­lung und Er­fas­sung von grund­le­gen­den Da­ten zur ak­tu­el­len Epi­de­mie und den ak­tu­el­len Ge­gen­maß­nah­men be­schäf­ti­gen, auf de­ren Ba­sis re­tro­spek­tive Ana­lysen mög­lich sind. Eben­so sind Pro­jek­te mög­lich, die sich der Si­mu­la­tion der Aus­brei­tung und den Fol­gen von Pan­de­mi­en so­wie der Wirk­sam­keit von In­ter­ven­tio­nen wid­men.

Ge­för­dert wer­den Ei­nzel- oder Ge­mein­schafts­an­trä­ge in Form von Sach­bei­hil­fen oder An­trags­pa­ke­ten. Die DFG wird pro­jekt­be­glei­tend den wis­sen­schaft­li­chen Aus­tausch und die Ver­net­zung der Ge­för­der­ten un­ter­stüt­zen.

Für lau­fen­de Ver­bün­de wie For­schungs­grup­pen, Gra­du­ier­ten­kol­legs und Son­der­for­schungs­be­rei­che, die the­ma­tisch in die Aus­schrei­bung pas­sen, wird die Mög­lich­keit von Zu­satz­an­trä­gen beziehungs­weise Nach­an­trä­gen ein­ge­räumt.

Der Ter­min für die Ein­rei­chung der An­trä­ge ist der 1. Sep­tem­ber 2020.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Einrichtungen des Gesundheitswesens sind gleichermaßen angesprochen. Die Zusammenarbeit mit internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sollte angestrebt werden.

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