UKSH erforscht Wirkstoff gegen Coronaviren

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Das An­ti­vi­rus­mit­tel Rem­desi­vir gilt welt­weit als Hoff­nungs­trä­ger für Pa­tien­tin­nen und Pa­tien­ten mit COVID-19, der Er­kran­kung, die durch das Coro­na­vi­rus (SARS-CoV-2) her­vor­ge­ru­fen wird. Am Uni­versi­täts­kli­ni­kum Schles­wig-Hol­stein, Cam­pus Kiel, wurde jetzt ein Stu­dien­zen­trum er­öff­net, um die For­schung zu die­sem Wirk­stoff zu ko­ordi­nie­ren. Meh­re­re große Lun­gen­kli­ni­ken in Deutsch­land so­wie 50 Zen­tren welt­weit neh­men an der Stu­die des ameri­kani­schen Unter­neh­mens Gilead teil. Ins­ge­samt sol­len ak­tu­ell 600 Patientinnen und Pa­tien­ten in die Studie ein­ge­schlos­sen wer­den.

Prof. Schreiber UKSH / Foto: © SoulPicture

Ge­lei­tet wird das neue Stu­di­en­zen­trum von Prof. Dr. Stefan Schreiber, Di­rek­tor der Kli­nik für In­ne­re Medi­zin I, Cam­pus Kiel. Das UKSH ar­bei­tet da­bei eng mit der Kli­nik für Kar­dio­lo­gie, Pneu­mo­lo­gie und In­ten­siv­medi­zin der Im­land Kli­nik Rends­burg unter der Lei­tung von Prof. Dr. Nour Eddine El Mokhtari zu­sam­men. Es ist be­ab­sich­tigt, die Stu­die und da­mit den Zu­gang zu der neu­en Medi­ka­tion auch auf wei­te­re Lun­gen­kli­ni­ken in Schles­wig-Hol­stein aus­zu­deh­nen. Un­ter­sucht wer­den soll, ob sich durch das neue Arz­nei­mit­tel der Krank­heits­ver­lauf von Pa­tien­tin­nen und Pa­tien­ten mit mo­de­ra­ter oder schwe­rer COVID-19-Er­kran­kung im Ver­gleich zur Stan­dard­be­hand­lung ver­bes­sern lässt. Wei­te­re As­pek­te sind die Ver­träg­lich­keit und Si­cher­heit des Me­di­ka­ments. "Rem­desi­vir ist eine mög­li­cher­wei­se viel­ver­spre­chen­de The­ra­pie­op­tion für die COVID-19-Er­kran­kung. Wir sind froh, dass wir un­se­ren Pa­tien­ten im Rah­men der Stu­die in den ver­schie­de­nen Pha­sen der Er­kran­kung ein me­di­ka­men­tö­ses An­ge­bot ma­chen kön­nen", sagt Ober­arzt Dr. Rainer Noth, der das kli­ni­sche Team der Lun­gen­heil­kun­de am Cam­pus Kiel kom­mis­sa­risch leitet.

Rem­de­si­vir wur­de ur­sprüng­lich als Me­di­ka­ment gegen Ebola­viren ent­wickelt. An dem Wirk­stoff, der die Ver­meh­rung von Vi­ren hem­men soll, wird welt­weit ge­forscht. Auch in den USA und China wird der­zeit die Sicher­heit und Wirk­sam­keit des Arz­nei­mit­tels an Pa­tien­tin­nen und Pa­tien­ten mit schwe­ren und mo­de­ra­ten COVID-19-Er­kran­kun­gen un­ter­sucht. Erste Er­geb­nis­se wer­den in den kom­men­den Wo­chen er­wart­et. Rem­desi­vir ist bis­lang als Me­di­ka­ment welt­weit noch nicht zu­ge­las­sen und wird nur im Rah­men so­ge­nann­ter in­di­vi­du­el­ler Heil­ver­su­che ein­ge­setzt.

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