aidhere: neue App soll DiGA werden

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Studie: aidhere und APOGEPHA untersuchen Wirksamkeit neuer App zur Behandlung bei überaktiver Blase (OAB)

Im Rahmen einer klinischen Studie untersuchen das Hamburger e-Health-Unternehmen aidhere und das Pharmaunternehmen APOGEPHA die Wirksamkeit ihrer gemeinsam entwickelten App kontina. Die Anwendung wird zur Behandlung bei überaktiver Blase (OAB) eingesetzt und dient der Verbesserung der Symptomatik und Lebensqualität betroffener Patient:innen. Die Studie soll die Voraussetzungen für eine Aufnahme der digitalen Therapie in das DiGA-Verzeichnis schaffen.

Das App-basierte Programm kontina instruiert und unterstützt Patient:innen mit überaktiver Blase (ÜAB) bei verhaltens- und physiotherapeutischen Interventionen zur Linderung ihrer Symptome. (Screenshot: kontina.com)
Das App-basierte Programm kontina instruiert und unterstützt Patient:innen mit überaktiver Blase (ÜAB) bei verhaltens- und physiotherapeutischen Interventionen zur Linderung ihrer Symptome. (Screenshot: kontina.com)
aidhere: neue App soll DiGA werden

Die App kontina arbeitet mit verhaltenstherapeutischen Ansätzen und unterstützt Menschen mit überaktiver Blase im Selbstmanagement ihrer Symptome. Dazu wird die Selbstbeobachtung gefördert, es werden Übungen zur Entspannung der Blase sowie zur Wahrnehmung des Beckenbodens interaktiv angeboten und umfangreiches Wissen über die Erkrankung vermittelt.

“Die Behandlungsleitlinien empfehlen für Menschen mit überaktiver Blase zunächst verschiedene Formen der Verhaltensänderung als Erstlinientherapie. Aus unserer Sicht werden allerdings Betroffene dabei bisher nicht ausreichend unterstützt”, sagt Dr. Dirk Pamperin, Geschäftsführer der APOGEPHA Arzneimittel GmbH. “Dabei ist die Veränderung von Gewohnheiten ein wirksamer Schritt, um die Symptome zu reduzieren und Lebensqualität wiederzugewinnen.”

“Eine digitale Therapie wie kontina kann die Nutzer:innen Schritt für Schritt nach ihrem persönlichen Bedarf begleiten und damit alltagsnah Verhaltensänderungen anleiten”, sagt Dr. Tobias Lorenz, Mitgründer von aidhere. “Das ist ein echter Mehrwert, den DiGA in der Versorgung leisten können.”

Im Rahmen der Studie wird die Wirksamkeit einer dreimonatigen Therapie mit kontina untersucht. Dazu werden insgesamt etwa 200 Patient:innen in einer Interventions- und einer Kontrollgruppe miteinander verglichen: Die Teilnehmenden der Interventionsgruppe durchlaufen eine Therapie mit kontina, die Patient:innen der Kontrollgruppe erhalten hauptsächlich Informationen zur eigenständigen Verhaltensänderung und bilden damit die Versorgungsrealität ab. Die Gruppenzuordnung erfolgt zufällig. Nach Ablauf der ersten drei Monate findet eine weitere Beobachtung aller Patient:innen statt, um unter anderem Rückschlüsse auf langfristige Verhaltensänderungen ziehen zu können. Patient:innen der Kontrollgruppe haben dann ebenfalls die Möglichkeit, kontina zu nutzen.

Deutschlandweit leiden rund acht Millionen Erwachsene an einer überaktiven Blase. Dem häufigen und oft nicht-kontrollierbaren Harndrang liegt dabei keine organische Ursache zugrunde. Mit fortschreitendem Alter tritt die Erkrankung häufiger auf. Mit etwa 17 Prozent der erwachsenen Gesamtbevölkerung sind von einer überaktiven Blase mehr Menschen betroffen als etwa von Diabetes. Obwohl eine überaktive Blase die Lebensqualität oftmals stark beeinträchtigt und zu sozialer Isolation sowie Depressionen führen kann, suchen viele Betroffene aus Scham keine medizinische Hilfe auf.

Teilnahme an Studie noch möglich

Die Studie läuft seit November 2022 an verschiedenen urologischen Studienzentren deutschlandweit. Interessierte können sich zur Teilnahme an der Studie registrieren. Mehr Informationen unter: www.kontina.de/studienteilnahme.

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