Evotec: Bristol Myers zieht Option für Lizenzvereinbarung

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Evotec gibt Opt-in von Bristol Myers Squibb in EVT8683 als erstes Programm aus der iPSC-basierten Neurologie-Kooperation bekannt

Evotec SE gab heute bekannt, dass Bristol Myers Squibb Company ihre Option zum Abschluss einer exklusiven globalen Lizenz­vereinbarung für EVT8683 genutzt hat, das aus einer breit angelegten Neurologie-Kollaboration hervorgegangen ist. EVT8683 ist eine niedermolekulare Substanz, die auf eine wesentliche zelluläre Stressreaktion abzielt. Sie ist viel­versprechend für verschiedene neurodegenerative Indi­kationen und ist bereit für den Eintritt in die klinische Entwicklung. Das Programm ging aus einem phänotypischen Screeningansatz hervor, der auf Evotecs führender iPSC-Plattform basierte und innerhalb von nur fünf Jahren die Anmeldung als neues Prüfpräparat („IND“; investigational new drug) erreichte. Aufgrund einer Optionsvereinbarung mit Celgene (heute ein Unternehmen von Bristol Myers Squibb), hat Bristol Myers Squibb Rechte auf zusätzliche Programme für neurodegenerative Erkrankungen.

Evotec: Bristol Myers zieht Option für Lizenzvereinbarung

Bei neurodegenerativen Erkrankungen erreichen die aktuell zugelassenen Medikamente bislang nur eine kurzfristige Lin­derung der Symptome und es gibt einen hohen ungedeckten medizinischen Bedarf an Therapieoptionen, die den Krank­heitsfortschritt verlangsamen oder umkehren. Die Neurologie-Allianz wurde auf der industrialisierten iPSC-Plattform von Evotec aufgebaut. Sie setzt aus Patienten abgeleitete Krank­heitsmodelle ein und erforscht und wählt potenziell krank­heitsmodifizierende Ansätze für neurodegenerative Erkrankungen aus.

Die iPSC-Plattform von Evotec ermöglicht das Hochdurchsatz-Screening von humanen, auf iPS-Zellen basierten Krankheits­modellen in Kombination mit einer unverzerrten Transkriptom-Analyse. Die nahtlose Integration der iPSC-Plattform mit Evotecs bewährter Kompetenz bei der Erforschung und Entwicklung niedermolekularer Substanzen bis zur IND-Anmeldung ermög­lichte es, EVT8683 innerhalb von nur fünf Jahren von einem zellbasierten phänotypischen Screening bis zur erfolg­reichen Anmeldung als neues Prüfpräparat zu entwickeln.

Nur viereinhalb Jahre nach Beginn der Partnerschaft hat Bristol Myers Squibb nun die Option genutzt, für EVT8683 eine globale Lizenzvereinbarung abzuschließen. Das Programm zielt auf einen entscheidenden Mechanismus der zellulären Stressreaktion ab, der das Potenzial hat, krankheitsmodifizierende Behandlungen für verschiedene folgenschwere neurodegenerative Erkran­kungen zu liefern. Nach der erfolgreichen Optimierung des Wirkstoffs, führte die nahtlose Integration vom Projektbeginn bis zur IND-Einreichung, auch unter Einsatz von Evotecs INDiGO-Plattform, kürzlich zur Registrierung als neues Prüfpräparat bei der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA.

Dr. Cord Dohrmann, Chief Scientific Officer von Evotec SE, kommentierte: „Wir freuen uns sehr, einen ersten Wirkstoff­kandidaten, der seinen Ursprung auf der iPSC-Forschungs­plattform von Evotec hat, in die Klinik zu bringen. EVT8683 setzt an einem vielversprechenden Mechanismus der zellulären Stressreaktion an und zeigte bereits präklinisch ein schlüssiges Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil. Wir sind stolz darauf, die weitere klinische Entwicklung von EVT8683 gemein­sam mit dem neurowissenschaftlichen Team von BMS, das eindeutig zu den Besten der Branche zählt, fortzuführen.

Die iPSC-Technologie fängt gerade erst an, ihr enormes Potenzial auszuschöpfen. Die Entwicklung von Wirkstoffkandidaten, die bei direkt von Patienten abgeleiteten Krankheitsmodellen überzeu­gende Wirksamkeit zeigen, gibt uns die Hoffnung, dass diese nächste Generation der Wirkstoffkandidaten zu effektiveren Medikamenten und damit zu besseren Ergebnissen für die Patienten führen wird, die von einer neurodegenerativen Erkrankung betroffen sind.“

Dr. Richard Hargreaves, Senior Vice President des neurowissenschaftlichen Forschungszentrums von Bristol Myers Squibb fügte hinzu: „Dieses innovative Programm in die Klinik zu bringen markiert für BMS Neuroscience einen entschei­denden Schritt. Der Ansatz an einem der Mechanismen, die eine Schlüsselrolle bei der Neurodegeneration spielen dürften, gibt uns die Hoffnung, dass die Weiterentwicklung des Pro­gramms zu Behandlungsmöglichkeiten für viele Menschen führen könnte, die an diesen folgenschweren neurologischen Störungen leiden. Wir freuen uns, die Entwicklung dieses klinischen Kandidaten auf der Grundlage von Evotecs wissenschaftlicher Expertise und nahtloser Integration fortzuführen.“

Durch das Opt-in wird Bristol Myers Squibb die weitere Entwick­lung und Kommerzialisierung übernehmen. Evotec erhält eine Optionszahlung von 20 Mio. $ und hat Anspruch auf Meilenstein­zahlungen von bis zu 250 Mio. $ sowie Umsatz­beteiligungen bis zu einem niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

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