Fragen zum Thema Smart Infection Control

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Am 10. Februar findet in Hamburg das Event Smart Infection Control statt, das gemeinsam von Life Science Nord und der Gesundheitswirtschaft Hamburg organisiert wird. Life Science Nord hat zwei der Sprecherinnen, Prof. Dr. Antje Labes (Professorin für Mikrobiologie an der Hochschule Flensburg) und Dr. Heide Niesalla (Head of BODE SCIENCE CENTER) im Vorfeld zu diesem spannenden Thema interviewt.

Bild: Prof. Dr. Antje Labes, Hochschule Flensburg
Bild: Prof. Dr. Antje Labes, Hochschule Flensburg
Fragen zum Thema Smart Infection Control

Was ist für Sie aktuell die größte Herausforderung in der Infektions­prävention?

Prof. Dr. Labes: Trotz immer größeren Wissens über Mechanismen der Infektionen, die Infektionserreger und auch die Rolle der nicht-pathogenen Mikroorganismen sehen wir uns immer stärker werdender Resistenzbildung und -ausbreitung gegenüber. Das Hygienewissen sinkt und wir können die positive Wirkung des Mikrobioms noch nicht gezielt unterstützen.

Dr. Niesalla: Eine wichtige Herausforderung sehe ich zurzeit in der Prävention und dem Ausbruchsmanagement von HAIs und Infektionen durch die sogenannten „emerging infections“ oder „emerging diseases“. Das sind neu aufkommende Krankheitserreger, die beispielsweise ursprünglich in Tieren vorkommen und auf den Menschen übertragen wurden. Das sehen wir jetzt gerade auch am Beispiel des neuen 2019-nCoV Ausbruchs. Eine der größten Herausforderungen ist das konsequente Einhalten der Standard- oder Basishygiene - im Wesentlichen eine gute Händehygiene.

Wie kann ein Lösungsansatz aussehen?

Prof. Dr. Labes: Auf jeden Fall braucht es eine Kombination verschiedener Ansätze - das beginnt bei einer erhöhten Aufmerksamkeit und Sensibilisierung für das Thema. Neue Forschungsansätze, welche die Wechselwirkungen im Mikrobiom untersuchen, um spezifischen Wirkansätze zu finden und die Krankheitserreger bremsen sowie die Normalflora erhalten oder gar stützen. Bis hin zu der Verbindung von digitalen Lösungen und klassischen Methoden für innovative Ansätze, die einen Transfer von Wissen und Technologien ermöglichen.

Dr. Niesalla: Am erfolgversprechendsten sind sicherlich – wie es auch die WHO propagiert – multimodale Ansätze, wobei die Aufklärung / Schulung der verschiedenen Zielgruppen hervorzuheben ist. Weiter spielen Maßnahmen eine wesentliche Rolle, die dazu beitragen, langfristig eine Verhaltensänderung zu bewirken. Dies kann zum Beispiel durch reflektiertes Feedback und Anregung der Eigenmotivation geschehen.

 

Warum freuen Sie sich auf die Veranstaltung Smart Infection Control?

Prof. Dr. Labes: Die Veranstaltung bringt die relevanten Perspektiven auf das Thema Infektionsprävention zusammen, die so im Alltag eher nicht zusammentreffen würden. Deshalb erhoffe ich mir inspirierende Diskussionen. Außerdem sind die Veranstaltungen von LSN immer ein perfekter Ort zum Netzwerken.

Dr. Niesalla: Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass einige Prozesse in der Infektionsprävention durch smarte Innovationen vereinfacht und sogar verbessert werden können. Auch wir bei BODE sind daran interessiert, mit intelligenten/digitalen Lösungen einen Beitrag zum Infektionsschutz zu leisten. Ich finde es daher spannend, die Perspektiven der anderen Referenten kennenzulernen und hier in die Diskussion zu gehen.

Wir danken Prof. Dr. Labes und Dr. Niesalla für das Interview und freuen uns auf Ihren Vortrag auf der Veranstaltung Smart Infection Control.

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