Ein feierlicher Abend rund um die Künstliche Intelligenz

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Vier Millionen Euro für die Universität zu Lübeck

200 zufriedene Gäste, 4 Millionen Euro für ein Lübecker KI-Med-Ökosystem und eine Preisträgerin – das ist die Bilanz eines Abends, der die Künstliche Intelligenz in Lübeck gefeiert hat und wieder einmal mehr herausstellen konnte, welch beeindruckende Forschungsvielfalt die norddeutsche Hansestadt zu bieten hat.

Vier Millionen Euro hatte Ministerpräsident Daniel Günther im Gepäck für die Universität zu Lübeck. Die beiden Förderbescheide übergab er der Präsidentin der Universität, Prof. Dr. Gabriele Gillessen-Kaesbach. (Bild: ©Olaf Malzahn/HIC Lübeck)
Vier Millionen Euro hatte Ministerpräsident Daniel Günther im Gepäck für die Universität zu Lübeck. Die beiden Förderbescheide übergab er der Präsidentin der Universität, Prof. Dr. Gabriele Gillessen-Kaesbach. (Bild: ©Olaf Malzahn/HIC Lübeck)
Ein feierlicher Abend rund um die Künstliche Intelligenz

Es war eine Premiere: Der "Norddeutsche Zukunftspreis für Künstliche Intelligenz", gestiftet von Axel Junge, Inhaber der Junge GmbH, wurde dieses Jahr zum ersten Mal vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Entgegennehmen durfte ihn Dr. Andrea Schenk, die damit für Ihre langjährigen wichtigen Beiträge zur medizinischen Bildverarbeitung mit künstlicher Intelligenz gewürdigt wurde. Sie ist Vorstandsmitglied des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medizin MEVIS in Bremen und ist hauptsächlich im Bereich der Leberforschung tätig.

Überreicht wurde er von den Sprechern des Zentrums für KI Lübeck, Prof. Dr. Jörg Barkhausen und Prof. Dr. Thomas Martinetz: „Wir freuen uns sehr, dass Herr Junge das Zentrum für Künstliche Intelligenz der Universität zu Lübeck mit diesem hoch­dotierten Preis aus-stattet, um herausragende KI-Beiträge aus Norddeutschland zu prämieren. Mit Frau Dr. Schenk haben wir eine ideale erste Preisträgerin. Die Ergebnisse ihrer Arbeiten zur KI-basierten Bildverarbeitung ermöglichen es komplexe operative und interventionelle Lebereingriffe an dreidimensionalen Bilddaten schnell und extrem genau zu planen. Dieses Vorgehen verbessert die Patientenversorgung, da optimale Behandlungs­ergebnisse erreicht und Komplikationen vermieden werden."

Norddeutschland hat sich in den Augen von Prof. Dr. Stefan Fischer, Vizepräsident für Transfer und Digitalisierung der Universität zu Lübeck, in den vergangenen Jahren zu einer führenden Region, vor allem im Bereich KI und Medizin entwickelt. Und so freute er sich auch über zwei Förderbescheide über insgesamt vier Millionen Euro für ein KI-Med-Ökosystem, die Ministerpräsident Daniel Günther für die Uni Lübeck im Gepäck hatte.

Günther sagte: „Mit Künstlicher Intelligenz können wir Krankheiten früher entdecken, Patientinnen und Patienten gezielter und wirksamer behandeln sowie die Gesundheitsver­sorgung noch besser machen.“ In Lübeck entstehe ein KI-Handelsplatz und eine Plattform für Technologietransfer: „In diesem KI-Med-Ökosystem können Ideen entstehen und wachsen. Daten werden sinnvoll verbunden, Algorithmen trainiert, Lösungen entwickelt und angeboten. Das ist eine gute Grundlage für eine moderne Gesundheitswirtschaft im Norden“, so der Ministerpräsident.

Prof. Dr. Stefan Fischer, Vizepräsident der Universität zu Lübeck: „Künstliche Intelligenz wird Medizin, Medizintechnik und das Gesundheitswesen ohne Zweifel radikal verändern, und eine Region wie Lübeck und der Hansebelt, für die dies zentrale Branchen sind, muss hier ganz vorne mit dabei sein, um ihren Wohlstand zu erhalten. Die Universität ist bereit, eine der großen Treiberinnen des Wandels zu sein und mit den anderen Partnern der wissenschaftlich-wirtschaftlichen Wertschöpfungskette intensiv am Aufbau des KI-Med-Ökosystems zu arbeiten.“

Schon seit einigen Jahren entsteht so in der Universitätsstadt Lübeck ein Zentrum der Spitzenforschung, vor allem in den Bereichen KI und Medizin, sowie Medizintechnik. So konnte unter anderem die Außenstelle des DFKI in Lübeck gegründet, das Flagship-Projekt KI-SIGS in den Norden geholt und das Projekt MCEA ins Leben gerufen werden. Eine Entwicklung, die auch für die Präsidentin der Universität zu Lübeck, Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach, höchst erfreulich ist: „Jeder Mensch ist einzigartig – auch in Bezug auf Krankheitsverläufe und Therapieerfolge. Es wird immens wichtig sein, dieses Feld voran zu treiben und weiterzuentwickeln. Ein Blick nach Lübeck lohnt sich.“

KI in der Medizin

Lübeck bietet mit interdisziplinären Forschungsmethoden auf dem Hanse Innovation Campus, zu dem neben der Universität zu Lübeck auch die Technische Hochschule Lübeck, die Außenstelle des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und die Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte und Zellbasierte Medizintechnik gehören, beste Voraussetzungen für die Forschungsthemen KI und Medizin.

Unter anderem darum ging es auch auf dem Panel, auf dem Prof. Dr. Stefan Fischer, Vizepräsident der Universität zu Lübeck, Prof. Dr. Inke König, Direktorin des Instituts für Medizinische Biometrie und Statistik der Universität zu Lübeck, Prof. Dr. Antonio Krüger, der Geschäftsführer des DFKI, Dr. Rasmus Rothe, der Gründer der Merantix AG in Berlin, Dr. Oliver Grundei, der Staatssekretär für Wissenschaft Schleswig-Holstein und Mareike Stender, Doktorandin des DFKI in Lübeck mit Moderatorin Vivian Upmann diskutierten. Angesprochen wurden dabei aber auch aktuelle Debatten wie die um den Datenschutz und regulatorische Zukunftsherausforderungen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Und auch ein Rückblick durfte nicht fehlen: so sprach Prof. Dr. Claudia Schmidtke, die als Patientenbeauftragte der Bundes­regierung und Mitglied der Enquette-Kommission Künstliche Intelligenz die Idee zur Lübecker DFKI-Außenstelle hatte, in einem kurzen Grußwort über die Bedeutung der Weiter­entwicklung von KI in Lübeck: „Ich werbe dafür, den Möglichkeiten von KI offen gegenüberzutreten. Ich bin der Überzeugung, dass die Digitalisierung in der Medizin viele Vorteile bietet. Ein digital vernetztes Gesundheitssystem zeigt gerade in dieser Pandemie am Beispiel Israel, dass Daten Leben retten können. In Lübeck wurden die Zeichen der Zeit bereits erkannt.“ Abgerundet wurde der Abend durch einen Festvortrag von Prof. Dr. Paul Lukowicz vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), der humorvoll beleuchtete, was KI überhaupt ist: „Symbolische KI ist eigentlich nur: Wissen darstellen und Wissen suchen. Das Zusammenspiel aus Suche, Statistik und Analyse ist eigentlich nur einfache, simple Mathematik.“

Dass es sich lohnt, in die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz zu investieren, hat die Woche der KI in Lübeck eindrucksvoll bewiesen.

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