Evotec SE: Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2020

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Evotec SE gab heute die Finanzergebnisse und die Geschäftsentwicklung für das Geschäftsjahr 2020 bekannt.

Evotec SE: Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2020

GESCHÄFTSZAHLEN BEKRÄFTIGEN STARKE PERFORMANCE

  • Konzernumsatz steigt um 12 % (14 % bei konstanten Wechselkursen) auf 500,9 Mio. € (2019: 446,4 Mio. €) und übertrifft das Umsatzziel
  • Basisgeschäft zeigt starke Entwicklung (+16 %)
  • Bereinigtes Konzern-EBITDA erreicht 106,6 Mio. € (110,8 Mio. € bei konstanten Wechselkursen) und liegt im Rahmen der Prognose (2019: 123,1 Mio. €); Bereinigtes EBITDA bei EVT Execute steigt um 6 % auf 129,3 Mio. €, trotz des planmäßigen Wegfalls der Sanofi-Zahlungen
  • Unverpartnerte F&E Aufwendungen in Höhe von 46,4 Mio. € (2019: 37,5 Mio. €)
  • Sehr starke Liquiditätsposition bei 481,9 Mio. €

STARKE PERFORMANCE TROTZ ANDAUERNDER PANDEMIE

  • Start wichtiger klinischer Studien und deutlicher Fortschritt in co-owned-Pipeline
  • Meilensteinerreichung in strategischen Allianzen mit Bayer und BMS
  • Neue bzw. erweiterte Partnerschaften in verschiedenen Bereichen, z. B. Nierenerkrankungen, Proteomik, seltene Krankheiten und Onkologie
  • Fokussierung auf Plattformen für „Omik“-Technologien, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz in allen Modalitäten
  • Starkes Jahr für Just – Evotec Biologics: Mehrere neue Kooperationsverträge unterzeichnet; Inbetriebnahme J.POD® 1 US im zweiten Halbjahr 2021 auf Kurs; Anstoß J.POD® 2 EU in Toulouse noch in der ersten Jahreshälfte 2021
  • Verschiedene neue bzw. erweiterte Wirkstoffforschungspartnerschaften
  • Erfolgreicher Eintritt in die Gentherapie mit dem neuen F&E-Zentrum Evotec GT
  • Beteiligungen und BRIDGEs machen gute Fortschritte
  • Erweiterung Allianz mit dem US-Verteidigungsministerium über Just – Evotec Biologics (nach Ende des Berichtszeitraums)
  • Multi-RNA-Target-Allianz mit Takeda (nach Ende des Berichtszeitraums)

HIGHLIGHTS AUF KONZERNEBENE

  • Unternehmensstrategie erfährt volle Unterstützung der Investoren: Im Rahmen einer Kapitalerhöhung investieren Mubadala Investment Company und Novo Holdings A/S insgesamt 250 Mio. €
  • Übernahme der Grundstücke, Gebäude und Mitarbeiter des ehemaligen Biopark by Sanofi SAS, jetzt „Campus Curie Toulouse“ (Frankreich)
  • Weiterer Ausbau der Infrastruktur zur Sicherung des künftigen Wachstums in Abingdon (UK), Göttingen und München
  • Umsetzung des Aktionsplans 2025 – „The data-driven R&D Autobahn to Cures“

FINANZPROGNOSE 2021 - ANHALTEND KRÄFTIGES ORGANISCHES WACHSTUM

  • Konzernumsatz in Höhe von 550 - 570 Mio. € (565 - 585 Mio. € bei konstanten Wechselkursen) (2020: 500,9 Mio. €)
  • Bereinigtes Konzern-EBITDA in Höhe von 105 - 120 Mio. € (115 - 130 Mio. € bei konstanten Wechselkursen) (2020: 106,6 Mio. €)
  • Unverpartnerte F&E-Aufwendungen in Höhe von 50 - 60 Mio. € (2020: 46,4 Mio. €)

Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit in Verbindung mit der Pandemie wurden potenzielle negative Auswirkungen der Krise in den oben genannten Prognosen für Umsatz und bereinigtes EBITDA berücksichtigt. Diese dürften weniger stark ausfallen als im Vorjahr.

GESCHÄFTSZAHLEN UNTERSTREICHEN KRÄFTIGES WACHSTUM

Evotec verzeichnete im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatzanstieg von 12 % auf 500,9 Mio. € (507,7 Mio. € bei konstanten Wechselkursen) (2019: 446,4 Mio. €) trotz der Herausforderungen der globalen COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen Verzögerung von Meilensteinzahlungen sowie der ab April wegfallenden Zahlungen von Sanofi für den Standort Toulouse (18,0 Mio. €). Dies ist insbesondere auf die gute Entwicklung des Basisgeschäfts (+16 %) und den Umsatzbeitrag von Just – Evotec Biologics (inkl. J.POD®) in Höhe von 39,3 Mio. € zurückzuführen (2019: € 16,1 Mio. €; Übernahme im Juli 2019). Letzterer hatte in der zweiten Jahreshälfte noch einmal deutlich zugelegt. Mit 30,1 Mio. € fielen die Erlöse aus Abschlags-, Meilenstein- und Lizenzzahlungen geringer aus als im Vorjahr (2019: 39,0 Mio. €).

Die Aufwendungen für die unverpartnerte F&E in Höhe von 46,4 Mio. € (2019: 37,5 Mio. €) fielen in erster Linie für Initiativen im Rahmen der Plattformprojekte an, insbesondere in den Bereichen „Omik“-Technologie, künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, Datenanalytik und Zelltherapie. Die Aufwendungen für verpartnerte F&E sanken auf 17,5 Mio. € (2019: 20,9 Mio. €). Dies ist im Zusammenhang mit dem Portfolio im Bereich der Infektionskrankheiten zurückzuführen, da der Partner (Sanofi) die hier anfallenden F&E-Aufwendungen in vollem Umfang übernimmt, diese zugleich aber auch in den sonstigen betrieblichen Erträgen verbucht werden. Betriebsergebnis und bereinigtes EBITDA bleiben davon somit unberührt. Die Unterteilung in unverpartnerte und verpartnerte F&E-Aufwendungen erfolgte seit Juli 2018, also seit der Übernahme des Standorts Lyon und des Geschäftsbereichs Infektionskrankheiten von Sanofi.

Im Geschäftsjahr 2020 stiegen die Vertriebs- und Verwaltungskosten des Evotec-Konzerns um 16 % auf 77,2 Mio. € (2019: 66,5 Mio. €). Dies ist insbesondere auf höhere Personalkosten in Verbindung mit der fortgesetzten Expansion in allen Geschäftsbereichen, Aufwendungen für die 2021 geplante Inbetriebnahme des ersten J.POD® 1 US sowie auf erhöhten IT-Kosten zurückzuführen.

Das bereinigte Konzern-EBITDA sank im Geschäftsjahr 2020 auf 106,6 Mio. € (110,8 Mio. € bei konstanten Wechselkursen) (2019: 123,1 Mio. €) und liegt damit im Rahmen der Prognose. Der erwartungsgemäße Rückgang ist in erster Linie auf den planmäßigen Wegfall der Zahlungen von Sanofi für den Standort Toulouse sowie die geplanten Anlaufkosten für die Inbetriebnahme des ersten J.POD® 1 US zurückzuführen. Weitere Belastungen für das bereinigte EBITDA und somit für die bereinigte EBITDA-Marge ergaben sich aus niedrigeren Meilensteinzahlungen (Pandemie-bedingte Verzögerungen), höheren Aufwendungen für eigene F&E, einem Verlust von F&E-Steuergutschriften aufgrund von Gesetzesänderungen in Italien sowie einem expansionsbedingten Anstieg der Vertriebs- und Verwaltungskosten. Dennoch stieg das bereinigte EBITDA im Segment EVT Execute um 6 % auf 129,3 Mio. € (2019: 122,5 Mio. €).

Im Geschäftsjahr 2020 verzeichnete der Evotec-Konzern ein Betriebsergebnis in Höhe von 48,5 Mio. € (2019: 62,6 Mio. €). Dies ist insbesondere auf einen niedrigeren Rohertrag, höhere Kosten für F&E und den Verlust von F&E-Steuergutschriften in Italien zurückzuführen. Das Jahresergebnis belief sich auf 6,3 Mio. € (2019: 37,2 Mio. €).

Zum Ende des Geschäftsjahres 2020 verzeichnete Evotec eine Nettoverschuldung in Höhe von 10,0 Mio. € (Ende 2019: 143,1 Mio. €). Die Verbesserung ist insbesondere auf die Kapitalerhöhung um 250 Mio. € im Oktober zurückzuführen, die die höheren Investitionen, vor allem in den Kapazitätsausbau von Just – Evotec Biologics, mehr als kompensieren konnte.

EVT INNOVATE UND EVT EXECUTE BEIDE MIT GUTER PERFORMANCE, STARKER AUFTAKT FÜR JUST - EVOTEC BIOLOGICS

Bei EVT Innovate fiel 2020 der Startschuss für eine Reihe von wichtigen klinischen Studien. Im Rahmen strategischer Partnerschaften erzielte der Geschäftsbereich zudem Einnahmen für das Erreichen von Meilensteinen (mit Bristol Myers Squibb („BMS“): neurodegenerative Erkrankungen/iPS-Zellen und Proteomik/Onkologie; mit Bayer: Nierenerkrankungen und Endometriose/chronischer Husten). Darüber hinaus wurden 2020 verschiedene Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet (z. B. mit Novo Nordisk).

Große Fortschritte wurden zudem in der Entwicklung einer führenden Plattform für Präzisionsmedizin erzielt. Grundlage dafür sind Evotecs proprietäre PanOmics-Technologie für die Verarbeitung enormer Datenmengen sowie die KI/ML-basierte Datenanalysesoftware PanHunter. Des Weiteren konnte die Führungsposition im Bereich der induzierten pluripotenten Stammzellen („iPSC“) weiter ausgebaut werden.

Auf dem Gebiet der Antiinfektiva engagiert sich Evotec in einer Reihe von Initiativen im weltweiten Kampf gegen COVID-19 sowie in den Bereichen Virologie und Antibiotikaresistenz. Zudem wurden neue Kooperationsverträge geschlossen. In Zusammenarbeit mit der Bill & Melinda Gates Foundation wurden unterschiedliche partnerschaftliche Projekte angestoßen, insbesondere im Bereich der Tuberkulose. Zudem konnte nach Ende des Berichtszeitraums mit der klinischen Entwicklung eines therapeutischen Antikörpers zur Behandlung von Infektionen mit dem Chikungunya-Virus begonnen werden. Die Entwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Forschungszentrum NIAID und einer führenden akademischen Forschungseinrichtung.

Im Geschäftsjahr 2020 sorgten die Einführung der Autobahn Labs sowie die erste Ausgründung des Lab282 – Dark Blue Therapeutics – im Hochschulkooperationsmodell BRIDGE für mehr Schwung. Zudem investierte Evotec in weitere vielversprechende Biotech-Unternehmen, wie z. B. Curexsys, leon-nanodrugs, panCELLa und Quantro Therapeutics, und beteiligte sich an weiteren Finanzierungsrunden, z. B. von Eternygen, Exscientia, Facio und Topas.

Mit dem Abschluss neuer oder erweiterter Kooperationsverträge erzielte der Geschäftsbereich EVT Execute trotz der Herausforderungen der COVID-19-Krise große Fortschritte. Im Geschäftsjahr 2020 lag die Zahl der Allianzen bei 829, und der Anteil des Wiederholungsgeschäfts lag bei 90 %. Mit der Eröffnung des Forschungszentrums für Gentherapie Evotec GT und dem Abschluss eines Mehrjahresvertrags für Gentherapieforschung mit Takeda im April 2020 wurde Evotecs integrierte, modalitätsunabhängige Plattform für Wirkstoffforschung und -entwicklung um einen wichtigen Bereich ergänzt. Just – Evotec Biologics zeigte unverändert kräftiges Wachstum und schloss ebenfalls neue Partnerschaften, z. B. mit ABL, Ology, OncoResponse und dem US DOD. Der Bau des ersten J.POD® 1 US im amerikanischen Redmond verläuft nach Plan. Die Anlage soll in der zweiten Jahreshälfte 2021 in Betrieb genommen werden. Darüber hinaus wurde der Beschluss gefasst, noch im ersten Halbjahr 2021 einen J.POD® 2 EU in Toulouse zu initiieren.

„THE DATA-DRIVEN R&D AUTOBAHN TO CURES“

Der Aktionsplan 2025, „The data-driven R&D Autobahn to Cures“, ist der jüngste strategische Fahrplan des Unternehmens. Die acht Bausteine des Plans sollen 2021 umgesetzt werden. Sie fügen sich perfekt in die Strategie von mehr Wachstum und Innovation bis 2025 und darüber hinaus. Startpunkt für die meisten Elemente der Unternehmensstrategie ist der Einsatz von Humandatenbanken und moderner künstlicher Intelligenz für eine schnellere Wirkstoffforschung und -entwicklung. Ausführlichere Informationen zum Aktionsplan 2025 finden Sie im Geschäftsbericht 2020 auf unserer Webseite.

Dr. Werner Lanthaler Chief Executive Officer von Evotec, erklärt dazu: „Exzellenz in allen Modalitäten von der Entdeckung bis zur kommerziellen Produktion und der Einsatz von Humandatenbanken und moderner künstlicher Intelligenz zur Beschleunigung der Wirkstoffforschung und -entwicklung sind die Schlüsselfaktoren des Aktionsplans 2025. Das Jahr 2020 war ein entscheidendes Jahr, um weitere Daten und strategische Konzepte für unsere langfristige Vision zu generieren.“

PROGNOSE FÜR 2021 – ANHALTEND KRÄFTIGES WACHSTUM

Im Geschäftsjahr 2021 rechnet Evotec mit Umsatzerlösen in Höhe von 550 - 570 Mio. €. Bei konstanten Wechselkursen entspricht dies einer Spanne von 565 - 585 Mio. €. Dieser Prognose liegen der aktuelle Auftragsbestand, voraussichtliche neue Aufträge und Vertragsverlängerungen sowie zukünftige Meilensteinzahlungen zugrunde.

Trotz der Herausforderungen der COVID-19-Krise rechnet Evotec mit einem Anstieg des bereinigten Konzern-EBITDA auf 105 - 120 Mio. €. Bei konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Zuwachs auf rund 115 - 130 Mio. €. Dabei sind steigende Kosten für vielversprechende F&E-Projekte, Investitionen in den Aufbau von Just – Evotec Biologics, der Kapazitätsausbau des ersten J.POD® 1 US sowie die Absicht, noch im ersten Halbjahr 2021 einen J.POD® 2 EU in Toulouse zu initieren, bereits berücksichtigt.

Die Geschäftstätigkeit von Evotec dreht sich ausschließlich um Aktivitäten der F&E. Neben partnerschaftlichen und geförderten Programmen wird Evotec mehr als je zuvor in die eigene F&E investieren. Damit sollen mehr Projekte zur Erforschung neuer Therapieansätze finanziert und Technologieplattformen ausgebaut werden. Im Geschäftsjahr 2021 rechnen wir mit Investitionen in eigene F&E in Höhe von rund 50 - 60 Mio. €. Bei der Bewertung der Performance stützt sich der Konzern unverändert auf folgende Kennzahlen: Umsatzerlöse, Aufwendungen für F&E sowie bereinigtes EBITDA.

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