Forschungsförderung in der Universitätsmedizin

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Die schnelle wissenschaftlich-technologische Entwicklung bietet viele Chancen für Fortschritte in der Medizin. Um die neuesten Erkenntnisse aus der Forschung zu den Patientinnen und Patienten zu bringen, müssen Forschung und Versorgung eng miteinander verbunden sein. Diese Verknüpfung erfolgt vor allem in der Universitätsmedizin; sie vereint Forschung, Lehre und Krankenversorgung. Eine besondere Rolle spielen hierbei klinisch und wissenschaftlich tätige Ärztinnen und Ärzte.

© Gorodenkoff  stock.adobe.com
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Forschungsförderung in der Universitätsmedizin

Die Gewinnung, Weiterbildung und langfristige Bindung forschender Ärztinnen und Ärzte stellt in Deutschland eine große Herausforderung dar. Dies ist zum einen auf die schwierige Vereinbarkeit von Forschung und ärztlicher Tätigkeit sowie von Familie und Beruf zurückzuführen. Zum anderen fehlen Karriereperspektiven und Zielpositionen für die Ärztinnen und Ärzte in der Forschung. Der bestehende und sich abzeichnende Bedarf an forschenden Ärztinnen und Ärzten wird ohne öffentliche Förderung nicht annähernd gedeckt.

Im Gegensatz zu den mittlerweile gut etablierten Unterstützungsmaßnahmen („Programmen“) für den ärztlichen wissenschaftlichen Nachwuchs (Clinician Scientists) gibt es bisher nur wenige Förderangebote für forschende Ärztinnen und Ärzte, die bereits die Facharztweiterbildung abgeschlossen haben (Advanced Clinician Scientists).

Ziel dieser Förderinitiative ist, durch eine Anschubfinanzierung Förderangebote für Advanced Clinician Scientists in der Universitätsmedizin nachhaltig zu etablieren. Die universitätsmedizinischen Einrichtungen sollen hierzu Programme aufsetzen, um für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Facharztausbildung abgeschlossen haben, eine gleichzeitige Tätigkeit in der Versorgung und in der Forschung attraktiv zu gestalten.

Hierzu sollen die Einrichtungen für wettbewerblich ausgewählte Advanced Clinician Scientists geschützte Forschungszeiten, ein exzellentes Forschungsumfeld und gute Rahmenbedingungen für das unabhängige wissenschaftliche Arbeiten sicherstellen. Dabei soll für forschende Fachärztinnen und Fachärzte auch die Chancengerechtigkeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert werden. Gleichzeitig wird durch die Förderinitiative eine Austauschplattform für alle geförderten Advanced Clinician Scientists bereitgestellt.

Die Förderinitiative zielt darauf ab, wirksame Anreize für eine strukturelle Weiterentwicklung in der Universitätsmedizin zu setzen, indem die Position einer forschenden Fachärztin bzw. eines forschenden Facharztes in die Strukturen eingeführt wird. Hierdurch soll ein Beitrag zur Profilbildung in der Universitätsmedizin geleistet werden sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Universitätsmedizin verbessert werden.

Die Ziele der Förderinitiative werden erreicht, wenn auch nach der Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Programme für Advanced Clinician Scientists in universitätsmedizinischen Einrichtungen etabliert sind und eine größere Zahl an Advanced Clinician Scientists in diese Programme integriert sind.

Zweck dieser Förderinitiative ist, die Karriereperspektiven von herausragenden Advanced Clinician Scientists in Forschung und Versorgung durch die Förderung von etwa 100 Advanced Clinician Scientists-Stellen in der Universitätsmedizin zu erhöhen. Fachärztinnen und Fachärzten soll dadurch ermöglicht werden, neben ihrer Versorgungstätigkeit auch über längere Zeiträume zu forschen.

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