Gemeinsam gegen Infektionskrankheiten

Crossed

Forschungszentrum Borstel wird vollwertiger Partner am CSSB

Nach fünf Jahren erfolgreicher Kooperation als assoziierter Partner wird das Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungen­zentrum (FZB) ab dem 01.07.2021 vollwertiges Mitglied des Zentrums für Strukturelle Systembiologie (CSSB) in Hamburg. Der Vertrag für die zukünftige Zusammenarbeit wurde im kleinen Rahmen unterzeichnet.

Prof. Thomas Dobner, Prof. Helmut Dosch, Prof. Schaible und Prof. Meier (v.l.n.r.) bei der Vertragsunterzeichnung. (Bild: ©Kerstin Pukall)
Prof. Thomas Dobner, Prof. Helmut Dosch, Prof. Schaible und Prof. Meier (v.l.n.r.) bei der Vertragsunterzeichnung. (Bild: ©Kerstin Pukall)
Gemeinsam gegen Infektionskrankheiten

Das CSSB ist eine Initiative von insgesamt zehn Forschungs­partnern aus Norddeutschland, darunter drei Universitäten und sieben Forschungsinstituten, die sich infektionsbiologischen Fragestellungen widmet. Wissenschaft­ler:innen aus insgesamt 22 Nationen und 13 Forschungsgruppen forschen auf dem DESY-Gelände in Hamburg-Bahrenfeld gemeinsam an den komplexen Prozessen und Wechselwirkungen zwischen Krankheitserregern und ihren Wirten mit dem Ziel, Angriffspunkte für neue Wirkstoffe und Impfstoffe zu finden.

„Nach fünf Jahren als assoziierter Partner freuen wir uns, das Forschungszentrum Borstel als vollwertigen CSSB-Partner zu begrüßen. Das Forschungszentrum Borstel konzentriert sich auf das Verständnis der Ursachen und Mechanismen von Lungen­infektionen und ergänzt und erweitert damit das Forschungs­portfolio des CSSB. Diese Partnerschaft wird innovative Forschungs­projekte inspirieren, die zu unserem Verständnis von Infektionskrankheiten beitragen werden“, sagte Prof. Dr. Chris Meier, Wissenschaftlicher Direktor des CSSBs, in seinen Gruß­worten an die Gäste der feierlichen Vertragsunterzeichnung.

Neben Prof. Meier und einer kleinen Delegation von Forschenden des FZBs waren ebenfalls Dr. Oliver Grundei, Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur (SH), Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke der Freien und Hansestadt Hamburg, Ministerialdirigent Rüdiger Eichel, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Dr. Jan Grapentin, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Thomas Dobner, Wissenschaftlicher Direktor am Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI) und Vorsit­zender des CSSB Kuratoriums, und Prof. Dr. Helmut Dosch (Vorsitzender des DESY-Direktoriums, stellvertretender Vorsit­zender des CSSB Kuratoriums) im Foyer des neuen Forschungs­gebäudes des CSSBs versammelt, um den Beitritt des Borsteler Forschungs­zentrums unter Einhaltung der geltenden Hygieneauflagen zu feiern.

„Das Forschungszentrum Borstel verstärkt durch seinen Beitritt einen norddeutschen Forschungsverbund, der sich einem globalen Problem widmet – der Erforschung von Infektions­krankheiten. Die letzten 1,5 Jahre haben uns allen schmerzlich verdeutlicht, wie wichtig die Forschung auf diesem Gebiet ist. Das CSSB bietet zusammen mit den benachbarten DESY-Einrich­tungen und dem European XFEL eine weltweit herausragende Infrastruktur, die allein aufgrund der vorhandenen Instrumente neue Durchbrüche in der Infektionsforschung verspricht,“ so Staatssekretär Dr. Oliver Grundei.

„Das Forschungszentrum Borstel verstärkt durch seinen Beitritt einen norddeutschen Forschungsverbund, der sich einem globalen Problem widmet – der Erforschung von Infektionskrankheiten. Die letzten 1,5 Jahre haben uns allen schmerzlich verdeutlicht, wie wichtig die Forschung auf diesem Gebiet ist."

– Dr. Oliver Grundei, Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur (SH)

Das Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum ist bereits seit dem Jahr 2016 als assoziierter Partner in dem Ver­bund tätig und hat seine wissenschaftliche Expertise auf dem Gebiet der Infektionsbiologie mit dem Schwerpunkt der Tuberku­loseforschung eingebracht. „Als Vollpartner können wir unsere langjährige Forschungstätigkeit zu bakteriellen Lungen­infektionen besonders der Tuberkulose um die Techniken, die am CSSB zur Verfügung stehen, erweitern. Für uns ist es eine aufregende Perspektive z.B. die innovativen und hochauf­lösenden Bildgebungsverfahren am CSSB nutzen zu können, um die Interaktionen zwischen Bakterien, wie dem Tuberkulose­erreger, und Lungenzellen aber auch mit anderen dort vorkommenden Keimen der natürlich vorkommenden Mikroflora zu studieren“, sagte Prof. Dr. Ulrich Schaible, Zentrumsdirektor FZB. In Zukunft soll diese Zusammenarbeit am CSSB auf drei Ebenen ausgebaut werden.

In einem gemeinsamen finanziellen Vorhaben aller Partner wird ein Labor der Sicherheitsstufe 3 (BSL- 3) aufgebaut, welches ab 2022/2023 allen Gruppen zur Verfügung steht und neben dem Rasterkraftmikroskop auch ein Kryo-Elektronenmikroskop enthalten soll. Das BSL-3 Labor wird vom FZB betrieben, das dort seine langjährige Erfahrung im Umgang mit luftübertragenen Krankheitserregern wie dem Tuberkuloseerreger einbringen kann.

Unter der Leitung der Borsteler Forschungsgruppe „Biophysik“ wird auf den Laborflächen des CSSBs ein neues Rasterkraft­mikroskop installiert. Dieses Mikroskop ermöglicht die Visualisierung von Oberflächen im molekularen Bereich und führt zu einem besseren Verständnis der Struktur und der Interaktion von Krankheitserregern. „Das Mikroskop wird in dem BSL-3 Labor aufgebaut, damit wir in Zukunft wichtige strukturbiologische Forschung auch an hochpathogenen Krankheitserregernvornehmen können,“ so Prof. Thomas Gutsmann, Leiter der Forschungsgruppe Biophysik (und stellvertretender Direktor des Programmbereichs „Infektionen“ am FZB). “Diese Forschung war bisher noch nicht möglich. Das CSSB ist damit weltweit das erste BSL-3-Labor mit einem Rasterkraftmikroskop; dieses soll sowohl für die Tuberku­loseforschung, aber auch für andere bakterielle und virale Krankheitserreger genutzt werden.“

Zudem soll das CSSB um eine Forschungsgruppe verstärkt werden: Die Gruppe „Interaktom der Dysbiose“ aus dem Sondertatbestand „Lungengesundheit“ wird sich mit der Strukturforschung von Bakterien und bakteriellen Verbünden beschäftigen. Die Wissenschaftler:innen werden dabei die Interaktion von Bakterien mit Oberflächenstrukturen der Lunge bei chronischen Lungenerkrankungen untersuchen. Für den Aufbau dieser Forschungsgruppe wird eine W2-Professur im Tenure-Track-Verfahren an der Universität Hamburg eingerichtet. Diese Professur wird aktuell ausgeschrieben und soll im nächsten Jahr besetzt werden. „Wir freuen uns sehr, dass uns durch die Genehmigung des Sondertatbestandes „Lungengesundheit“ die Möglichkeit eröffnet wurde, die Forschungsgruppe am CSSB besetzen können. Diese Gruppe soll die innovativen struktur­biologischen und bildgebenden Infrastrukturen am CSSB nutzen, um Interaktionen zwischen Krankheitserregern, der Mikroflora und Wirtszellen zu untersuchen und so neue Ansatzpunkte für Wirkstoffe zu identifizieren, aber auch das CSSB und das FZB besser vernetzten“ sagte Schaible.

„Ich freue mich sehr, dass mit der vollwertigen Partnerschaft des Forschungszentrums Borstel die Zusammenarbeit mit dem CSSB gestärkt wird. Damit kann die Forschung am CSSB im Bereich der Lungeninfektionen weiter vorangetrieben werden – ein wichtiger Schritt zum Ausbau der Infektionsforschung an unserem Wissenschaftsstandort. Ich bin sehr gespannt auf die künftigen Projekte und wünsche den Forschenden an CSSB und FZB weiterhin viel Erfolg bei ihrer wichtigen Arbeit!“ so Staatsrätin Dr. Eva Gümbel.

„Ich freue mich sehr, dass mit der vollwertigen Partnerschaft des Forschungszentrums Borstel die Zusammenarbeit mit dem CSSB gestärkt wird. Damit kann die Forschung am CSSB im Bereich der Lungeninfektionen weiter vorangetrieben werden."

– Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke der Freien und Hansestadt Hamburg

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