Meeresforschung für die Gesundheit

Crossed

Verbundvorhaben BlueHealthTech geht an den Start

Im Rahmen der Förderlinie Wirtschaft­licher Wandel durch Innovation in der Region! (WIR!) des Bundesministeri­ums für Bildung und Forschung (BMBF) wird ein trans­disziplinärer Verbund aus dem Gesundheitswesen, der Wirtschaft und der Wissenschaft, Potenziale aus der Meeresforschung für die Anwen­dung in der Medizin und „Life Sciences“ nutzbar machen. Das aus dem Kieler Raum initiierte Innovationsbündnis BlueHealthTech wird in den kommenden sechs Jahren vom BMBF mit bis zu 15 Millionen Euro gefördert.

Professor Dr. Anton Eisenhauer bei Analysen im Reinraumlabor. (Bild: ©Jan Steffen, GEOMAR)
Meeresforschung für die Gesundheit

„Diese Entscheidung ist ein Riesenerfolg für alle Beteiligten. Unsere Idee, unsere breite regionale Partnerschaft, unser Konzept und die Vielzahl spannender Projektideen haben die Jury voll überzeugt“, freut sich Professor Anton Eisenhauer, Koordinator und Leiter der Isotopengeochemie am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. „Das Wissen der Meeres­forschung birgt noch viele ungenutzte und verborgene Potenziale für Anwendungen in den Life Sciences und der Medizin“, so Eisenhauer weiter. Von 130 eingereichten Anträgen im Rahmen der Förderlinie Wirtschaftlicher Wandel durch Innovation in der Region! (WIR!) bewilligte das Bundesminis­terium für Bildung und Forschung (BMBF) zusätzlich zu BlueHealthTech nur 22 weitere Projekte.

Wie erfolgreich eine Kooperation zwischen Meeresforschung und Medizin sein kann, beweist das gemeinsam vom GEOMAR und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) entwickelte Früherkennungsverfahren für Osteoporose, das zur Ausgründung der Osteolabs GmbH führte. Im Rahmen von BlueHealthTech werden nun neue Allianzen zwischen den Bereichen Gesundheits­versorgung, Gesundheits­industrie und Meeres­forschung ge­schmiedet, um weitere innovative Produkte und Serviceleis­tungen für die Gesundheits­industrie zu entwickeln. Initiiert wurde das Bündnis durch die Stryker Trauma GmbH, das GEOMAR, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und USKH. Die Kieler Managementagentur DSN Connecting Knowledge hat die Konzeptentwicklung professionell begleitet. So entsteht erstmals im Kieler Raum ein regionales Innovations­bündnis zur Nutzung mariner Wirkstoffe und Technologien für innovative Prozesse und Produkte der Gesundheitsindustrie.

„Aufbauend auf bisherigen Erfahrungen kann das GEOMAR die Innovationen im Bereich der Lebenswissenschaften und der Gesundheitsforschung aus der Perspektive der Meeresforschung maßgeblich mit vorantreiben“, betont Professorin Katja Matthes, Direktorin des GEOMAR. „Dieser Bereich und die Zusammen­arbeit mit der Praxis gewinnen zukünftig noch mehr an Bedeutung für unsere Arbeit“.

„Die Forschenden von aktuell bereits vier Fakultäten der CAU und den Forschungsschwerpunkten Kiel Marine Science und Kiel Life Science bringen ihre wertvollen Kenntnisse aus so unterschied­lichen Gebieten wie der Aquakultur, Regelungs­technik, Material­wissenschaften, Humanernährung und Lebensmittel­kunde, Neurologie, Augenheilkunde, Unfall­chirurgie, Physiologie, Innere Medizin, Pharmazie, Radiologie und Betriebs­wirtschaftslehre in dieses Projekt ein. Aus dieser inter­disziplinären Verknüpfung mit der Expertise des GEOMAR und des UKSH in der Gesundheits­forschung und -anwen­dung sowie dem Anwen­dungswissen der Medizintechnik und Gesundheits­wirtschaft entsteht eine einzigartige Plattform für erfolgreiche Cross-Innovationen“, ergänzt Carsten Schultz, CAU-Professor für Technologiemanagement.

„Das UKSH erkennt das Potenzial für seine Patient*innen, das in der Verbindung von blauer Biotechnologie, medizinischer Forschung und innovativer Therapieentwicklung zur Früh­erkennung und Prävention chronischer Erkrankungen steckt“, sagt Professor Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit in diesem interdisziplinären Konsortium.“

Wichtiger Wirtschaftspartner im Konsortium ist das Schön­kirchener Unternehmen Stryker Trauma GmbH. „Wir haben früh das Potenzial des Zusammenspiels der verschiedenen Sektoren erkannt und daher auf die Etablierung von BlueHealthTech hingewirkt“, sagt Dr. Nils Reimers, Direktor der globalen Forschung und Entwicklung bei Stryker und ursprüng­licher Initiator des Projektes. „Als Marktführer der Knochenmarknägel für die Versorgung von Knochenbrüchen wollen wir gemeinsam mit regionalen Partnern Innovationsfelder identifizieren, Produktinnovationen auf den Weg bringen und so nachhaltig das Wirtschaftswachstum in der Region sichern.“

Ab Ende dieses Jahrs werden nun inter- und transdisziplinäre Projekte entwickelt und umgesetzt, um die große Vielfalt an Wissen aus dem Bereich der Meeresforschung systematisch für die Entwicklung neuer Gesundheitstechnologien in neuen Partnerschaften zu nutzen, um so einen Strukturwandel in der Region Kiel durch die Verbindung zweier regionaler Stärkefelder (Gesundheitswirtschaft und Meeresforschung) zu initiieren.

Zurück