Neues KI-Projekt GAIA-MED

Crossed

Durch Zusammenarbeit und KI eine bessere Gesundheitsversorgung ermöglichen - Land unterstützt mit 4 Millionen Euro

Das Ziel ist eine sichere und vernetzte Daten- und Service-Infrastruktur im Bereich Gesundheit zu schaffen, um intelligente Lösungen bauen zu können. Der Fokus liegt dabei auf Kooperation zwischen Medizintechnik-Unternehmen, Wissenschaft und Kliniken.

Staatssekretär Dirk Schrödter (2. v. r.) überreichte Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach, Präsidentin der Universität zu Lübeck, die Bescheinigung über den Maßnahmenbeginn für das neue KI-Projekt. Verbundkoordinator Prof. Martin Leucker (rechts) und Prof. Thomas Martinetz berichteten über den Forschungsstand (Foto: © Guido Kollmeier / Uni Lübeck)
Staatssekretär Dirk Schrödter (2. v. r.) überreichte Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach, Präsidentin der Universität zu Lübeck, die Bescheinigung über den Maßnahmenbeginn für das neue KI-Projekt. Verbundkoordinator Prof. Martin Leucker (rechts) und Prof. Thomas Martinetz berichteten über den Forschungsstand (Foto: © Guido Kollmeier / Uni Lübeck)
Neues KI-Projekt GAIA-MED

Es werden zum Beispiel bei der Aufnahme von Patient*innen in einer Notaufnahme individuelle Daten aufgenommen. Auf dieser Grundlage wird anschließend mit Hilfe von KI eine individuelle Behandlung entwickelt. So kann auch bei der Planung der Rehabilitation auf eine Wissensbasis zugegriffen werden, die anhand von ähnlichen Fällen die optimale Versorgung plant und beispielsweise durch den Grad der Verletzung eines Gliedmaßes die richtige Prothese vorschlägt. Die Klinik kann dadurch personelle Ressourcen besser planen und Therapiefortschritte vorhersagen. Für Patient*innen hat dies den Vorteil, dass die Aufwände bei der Suche nach einer optimalen Behandlungsstrategie minimiert werden können.

Zur Schaffung dieser intelligenten Lösungen wird oft Machine Learning eingesetzt, bei dem aus entsprechenden Beispieldaten eine generelle Lösung abgeleitet wird. Im Projekt GAIA-Med geht es um die Schaffung einer integrierten aber dezentralen Datenplattform. Die medizinischen Datenschutzanforderungen werden bei dem Prozess berücksichtigt. Die Beteiligten behalten zudem ihre digitale Souveränität. Es können medizinisch-ökonomische Potenziale gut ausgeschöpft werden. Technisch basiert GAIA-Med auf der digitalen Dateninfrastruktur GAIA-X, die sich europaweit in der Entwicklung befindet.

Das GAIA-MED-Projekt ist somit ein wichtiger Baustein bei der Entwicklung der zukünftigen Gesundheitsversorgung 4.0 und Teil des KI-Med Ökosystems, welches im Großraum Lübeck entsteht. Verbundkoordinator ist Prof. Dr. Martin Leucker, Leiter des Instituts für Softwaretechnik und Programmiersprachen der Universität zu Lübeck und Leiter der UniTransferKlinik Lübeck.

„Daten sind die Basis für KI-basierte Systeme. Mittels GAIA-MED schaffen wir es, medizinische Daten sicher, standardisiert und effizient zu verarbeiten und in intelligente Lösungen transformieren zu können“, sagte Prof. Martin Leucker.

Prof. Stefan Fischer, Vizepräsident Transfer und Digitalisierung der Universität zu Lübeck, sagte: „Gaia-X hat für die europäische Wissenschaft und Wirtschaft eine hohe Bedeutung als unabhängige Dienst- und Datenplattform. Mit dem GAIA-MED-Projekt wollen wir zeigen, wie diese Plattform in Medizin und Medizintechnik sinnvoll eingesetzt werden kann und welche Möglichkeiten sie heute schon bietet. Somit profitiert nicht nur das Projekt von der Plattform, sondern umgekehrt auch die Plattform durch einen Satz überzeugender neuer Use Cases.“

Staatssekretär Dirk Schrödter sagte: „Daten sind der Rohstoff aller KI-Anwendungen, sei es nun in der Medizin, in der digitalen Verwaltung oder bei autonom fahrenden Schiffen. Neben Fragen wie Datenschutz spielt auch ihre nahtlose und schnelle Verfügbarkeit auf funktionsmächtigen Plattformen eine entscheidende Rolle, um die Wertschöpfungspotenziale von KI-Anwendungen heben zu können. In Schleswig-Holstein müssen und werden wir den Daten-Turbo zünden. Das machen wir auch, indem wir Projekte wie Gaia-Med unterstützen, die genau solch eine Plattform bauen und erproben wollen. Dies mit den Technologien von Gaia-X zu verknüpfen ist zukunftsweisend, da es uns gleichzeitig erlaubt, die europäische Cloud-Initiative zu unterstützen und an deren weitere Entwicklung mitzuwirken. Das schafft zugleich digitale Souveränität.“

Das Projekt hat eine Laufzeit vom 1. Juni 2022 bis zum 31. Mai 2025. Beteiligt sind: Universität zu Lübeck (UzL), UKSH-IT/ITSG, UKSH-Kliniken, UniTransferKlinik Lübeck, Dataport AöR, sowie die Firmen Image IS, Hypros GmbH & CoKG, Hypros Engineering, Visotec, PLATO, Stryker, Johnson & Johnson (J&J).

Vor dem Pressetermin im Multifunktionscenter I auf dem Campus wurde bei einer Veranstaltung über die Aktivitäten des KI-Labs Lübeck informiert. Dabei handelt es sich um eine High-Tech-Werkstatt der Universität zu Lübeck, die eine leistungsfähige Umgebung für KI-Aktivitäten in Forschung, Lehre und Transfer schafft. In dem Projekt wurde ein High-Performance-Computing-Center vorranging zur Verarbeitung von Daten aufgebaut. Die Anbindung an Datenquellen wird nun in GAIA-MED bearbeitet. So kommen Rechenleistung und Daten zusammen. Das Projekt GAIA-MED baut also dem Projekt KI-LAB auf.

Darüber hinaus wurde in dem jetzt abgeschlossenen Projekt KI-Lab Lübeck ein Weiterbildungsmaster “Artificial Intelligence“ entwickelt, der insbesondere Industrievertretern erlaubt, sich im Gebiet der KI weiterzuentwickeln. Zudem wurden mobile Robotersysteme angeschafft, um KI-Lösungen explorieren zu können. Aufgrund der Ergebnisse des Projektes KI-LAB können nun weitere Forschungsprojekte angegangen werden.

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