Versorgung osteoporotischer Knochenbrüche verbessern

Crossed

Forschungsprojekt gestartet: 660.000 Euro für die Entwicklung eines neuartigen Knochenzements

Osteoporotisch bedingte Knochen­brüche mindern die Lebens­qualität der Patienten erheblich und generieren hohe Kosten für das Gesundheitssys­tem. Das Kieler Start-up osteolabs kooperiert mit Stryker Trauma in Schönkirchen nun bei einem Forschungs­projekt, um die Versorgung bei Oberschenkel­halsbrüchen zukünftig zu verbessern. Insbesondere ein Oberschenkel­halsbruch bei älteren Patienten stellt sich oft als schwierig heraus, da der osteoporotische Knochen dem Implantat nicht den nötigen Halt liefern kann. Allein in Deutschland erleiden über 160.000 Menschen im Jahr einen Oberschenkel­halsbruch und Experten gehen davon aus, dass sich diese Zahl in den nächsten Jahren verdoppeln wird.

Stryker Trauma und osteolabs forschen gemeinsam an der Entwicklung eines neuartigen Knochenzement aus mineralischem Biomaterial. (Bild ©crevis/adobe.stock.com)
Versorgung osteoporotischer Knochenbrüche verbessern

Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Pilotprojektes wird osteolabs den Weltmarktführer für orthopädische Implantate nun unterstützen, ein Verfahren mit einem neuartigen Knochenzement aus einem mineralischen Biomaterial auszuarbeiten. Der Zement soll eine bessere Verankerung und Stabilisierung des Implantates ermög­lichen. Das Ziel ist eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität der Patienten und eine erhebliche Kosten­reduktion im Gesundheitssystem.

Das Pilotprojekt ist Teil des Innovationsbündnisses BlueHealthTech in Kiel und soll wegweisend für weitere Projekte ein. Bei der Bewerbung um Fördergelder hat sich das Innova­tionsbündnis gegen insgesamt 138 Mitstreiter durch­gesetzt. Nun stehen Fördergelder in Höhe von 15 Millionen Euro zur Verfü­gung, die genutzt werden, um innovative Technologien u.a. für die Medizin zu entwickeln.

osteolabs wird zusammen mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und Stryker Trauma weitere Projekte in Angriff nehmen. Schon jetzt kann der von osteolabs entwickelte OsteoTest zu einer nicht-invasiven Diagnose von Osteoporose eingesetzt werden und einen beginnenden Knochenschwund schon viele Jahre früher erkennen, als es mit bisherigen Me­thoden überhaupt möglich ist. Der OsteoTest ist Marktführer bei Osteoporose-Selbsttests für Frauen und soll zukünftig auch zur Bestimmung des Fraktur-Risikos, zur Diagnose von Osteo­porose bei Rheuma-Patienten-/innen und zum Nachweis einer Osteoporose bei Männern eingesetzt werden.

„Wir können nun forschungsmäßig wieder Gas geben!“, freut sich osteolabs Geschäftsführer Dr. Stefan Kloth. „Und zwar ange­wandte Forschung, bei der etwas rauskommen wird. Das ist Technologietransfer, der uns und unserer Gesellschaft etwas nützt. Mit Hilfe der Fördergelder können bei uns ab 2022 drei neue qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden.“ Daher sucht osteolabs ab sofort Labormitarbeiter, Projektmitarbeiter, Ärzte sowie Online-Marketing-Experten.

Seit Juli 2021 wird osteolabs von Olympiasiegerin und gebürtigen Kielerin Heike Henkel als Markenbotschafterin unterstützt. „Denn nicht nur Forschung und Entwicklung sind uns wichtig, sondern auch das Bekanntmachen unseres neuen Verfahrens. Und das leistet Heike Henkel, bei wir eine beginnende Osteoporose feststellen konnten, hervorragend.“ so Kloth.

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